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Day in the life of...

Wann benutzt ein Anwender ein Produkt eigentlich, und wann nicht? Wann könnte er die neu entwickelte Produktidee gebrauchen?


Ähnlich wie bei der Persona geht es bei der Anwendung der Methode "Day in the life of..." um den Einblick bis in das kleinste Detail - nicht um das große Kundensegment. Wie sieht der Tagesablauf eines potentiellen Kunden aus, wann kommt er mit was in Berührung, wo könnten Schnittstellen sein? Um ein Verständnis dafür zu gewinnen, und theoretische Überlegungen mit der Praxis zu vergleichen, wird beobachtet und gefragt.

Diese Methode dient dazu, die theoretischen Überlegungen aus der Produktidee mit der Realität der Nutzer abzugleichen. Dafür werden die potentiellen Nutzer für einen längeren Zeitraum genauestens beobachtet und gegebenenfalls zu ihren Tätigkeiten/ihrem Verhalten befragt. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Beobachten und Befragen ist wichtig. Das Besondere an der Beobachtung ist, dass man sieht, wie sich der Nutzer wirklich verhält. Die daraus gewonnen Erkenntnisse können stark von den Aussagen der Nutzer über ihr Verhalten abweichen.


Um euch das Ergebnis besser vorstellen zu können, findet ihr nachfolgend als Beispiel die digitalen Schnittstellen im typischen Tag einer "Digital Woman" in Berlin.



Zum Start sollten die Ziele der Beobachtung vorab definiert werden: Was soll eigentlich beobachtet werden? Je nach Zielgruppe bedarf diese Evaluation etwas mehr Vorbereitung, da eventuell Termine vereinbart und Kunden besucht werden müssen. Eine Definition über den Beginn und das Ende eines „Tages“ sprich das Interaktions- und Beobachtungsintervall ist notwendig. Damit sich der Proband natürlich verhält, ist eine sichere, nicht einschüchternde Atmosphäre zu schaffen. Maximal zwei Personen sollten den (potentiellen) Kunden besuchen. Alle Tätigkeiten, äußeren Einflüsse, Reaktionen, Stimuli etc. sollten notiert werden. Es sind die Berührungspunkte mit dem Produkt hervorzuheben und ausschließlich notwendige Fragen zu stellen.

Hieran anschließend folgt die Befragungsphase: Für ein Interview ist ausreichend Zeit einzuplanen, hierbei können alle Fragen geklärt werden, ohne dass der Proband in seinem natürlichen Handlungsfluss unterbrochen wird. Erfragt werden sollten insbesondere die nicht sichtbaren Dinge wie Gedankengänge, Gefühle und Gefühlslagen in Bezug auf die relevanten Aktivitäten. Auch sollte klar werden, ob der beobachtete Tag ein typischer oder eher untypischer Tag war. Die Ergebnisse der Beobachtung und Befragungen kann schriftlich auf einer Metaplanwand dokumentiert werden. Auch Bilder können aufgeklebt werden, die beim Besuch gemacht wurden.


Falls die Zeit für einen Besuch des Kunden vor Ort nicht vorhanden ist, kann die Methode auch auf bestehenden Annahmen und bereits existierendem Wissen über den Kunden basieren. Diese Variante ist jedoch weniger genau. Die Beobachtungen aus dieser Studie können ideal als Basis für Customer Journeys und User Stories in Pitches genutzt werden.



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