Suche

Buzzwords verstehen: Digitalisierung, Digitalisation und digitale Transformation im Kontext


Die drei Begriffe „Digitalisierung“, „Digitalisation“ und „digitale Transformation“ sind weiterhin voll im Trend und erzeugen gleichzeitig bei Vielen Verwirrung. Wir von #openspace wollen uns der Thematik daher annähern und Einblick in unser Verständnis der Begrifflichkeiten und die Relevanz für Unternehmen bieten. Dazu nutzen wir auch den seltener verwendeten Begriff der „Digitalisation“ - um die Unterscheidung deutlich zu machen. Greifbar machen möchten wir die Inhalte mit einem konkreten Beispiel aus unserer Tätigkeit.



Digitalisierung

„Digitalisierung“ im Ursprung bezeichnet die Überführung analoger Daten und Informationen ins „Digitale“, damit Computer sie auf (bisher) binärer Basis speichern, prozessieren und kommunizieren können. Wichtig ist das Verständnis darüber, dass es sich hier um Informationen handelt, die digital verfügbar gemacht werden, nicht um Prozesse.

Beispiel „Digitalisierung“:

Der #openspace-Kunde ALBA (eines der führenden Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingbranche) überführt einen großen Teil seiner Daten und Informationen, wie z.B. Routen der Müllfahrzeuge und Anschriften von Kunden, aus der Papierform in ein digitales Format.


Digitalisation

„Digitalisation“ hat im Gegensatz zur „Digitalisierung“ keine einheitliche Definition. Fragt man 100 Experten, bekommt man 102 verschiedene Antworten. Für uns handelt es sich bei der Digitalisation vielmehr um den Prozess der Anwendung neuer digitaler Technologien, um etwas Besseres oder sogar Neues zu schaffen, als um die reine Informationsdigitalisierung. Man lässt die vorher „digitalisierten“ Informationen also für sich arbeiten. In diesem Zusammenhang wird auch häufig von Technologisierung und Automatisierung gesprochen.

Beispiel „Digitalisation:“

Der oben vorgestellte Kunde ALBA nutzt die in digitaler Form vorliegenden Daten und verbessert Prozesse: Die Routenplanung der Müllfahrzeuge erfolgt „digital“ optimiert, d.h. auf Basis einer Vielzahl von Informationen basierend berechnet (z.B. Nachfrage, Staus, Wetter). Der eigentliche Prozess (Wertstoffe einsammeln) bleibt aber unverändert.

Die beiden Begriffe „Digitalisierung“ und „Digitalisation“ hängen also eng zusammen: Organisationen implementieren „digitale Technologien“, was erstmal nicht viel mehr heißt als Computer oder andere Informationstechnologien zu nutzen, um zunächst Daten und Informationen zu digitalisieren (Digitalisierung), sowie, um Prozesse eines Unternehmens positiv zu verändern (Digitalisation).



Digitale Transformation

Die „digitale Transformation“ ist für uns bei #openspace aber deutlich mehr: Ja, auch sie basiert auf der Entwicklung der neuen, digitalen Technologien über die letzten Jahrzehnte. Allerdings bezeichnet die Transformation den Effekt, den diese Technologien und Anwendungen auf Menschen (Kunden) haben, deren veränderte Einstellung und Erwartungshaltung als Gesellschaft, sowie die Veränderungen der Wirtschaft. Im unternehmerischen Kontext handelt es sich um Initiativen der Unternehmen den Anforderungen der digital angetriebenen Veränderungen gerecht zu werden – einerseits durch kundengetriebene strategische Unternehmenstransformation, andererseits durch die hierzu benötigten organisatorischen Veränderungen, sowie der Implementierung von Technologien (im Unternehmen, in Produkten, Services, usw.).


In Abgrenzung zu den Begriffen Digitalisierung und Digitalisation ist nun das bekannte Zitat besser zu verstehen:

„Wenn ich nur meine heutigen Prozesse digitalisiere, diese vorher schon scheiße waren, dann habe ich im Nachhinein halt scheiß digitale Prozesse“

(Anmerkung der Redaktion: wir wollten die vulgäre Sprache zwar nicht unbedingt nutzen, aber… Transparenz geht vor. Aber zurück zum Thema)


Bei der digitalen Transformation ist also um der Anspruch im Fokus, heutigen Anforderungen der Gesellschaft, der Kunden und der Partner gerecht zu werden, sowie die heutigen Gegebenheiten (Trends, Technologien, usw.) bestmöglich für sich als Unternehmen zu nutzen. Und genau hier wird es spannend und herausfordernd: In unsicheren Zeiten, in denen sich Produktentwicklungszyklen extrem verkürzen, neue Player Branchen durch extrem nutzerfreundliche Produkte „disruptieren“, und jeder Mensch mit genug Motivation, einem Laptop und Internetanschluss durch kostenlose Kurse lernen kann erfolgreiche Produkte auf den Markt zu bringen - gilt es für Unternehmen grundlegend über ihre Fähigkeiten und ihre Wirkungsmöglichkeiten nachzudenken und die digitalen Möglichkeiten für sich optimal zu nutzen.


Es sollte selbstverständlich sein, sich als Unternehmer Gedanken zur Unternehmensvision und zu Strategien zu machen, um nachhaltig und langfristig profitabel zu sein – dies gilt auch in Zeiten der Digitalisierung. Es gibt für uns bei #openspace daher keine „digitale Strategie“ per se – es braucht eine starke Selbstreflektion, Vision und Strategien der Umsetzung, die die heutigen Gegebenheiten und zukünftigen Entwicklungen des Marktes und der Technologien genauso berücksichtigt wie es frühere Strategien auch als Zielstellung hatten.


Der Unterschied liegt jedoch in der Agilität, die Organisationen heutzutage leben müssen, um den Veränderungen gerecht zu werden und weiterhin nicht nur reagieren, sondern agieren zu können. Dieses „Leben“ im digitalen Zeitalter ist abgebildet im kontinuierlich gelebten Change, den eine Organisation willkommen heißen und managen muss. Hierzu, für die digitale Transformation, gibt es Wege und Lösungen - auch organisatorischer Art - welche auch die „Digitalisation“ im Unternehmen weiter antreiben werden, jedoch nicht mit ihr verwechselt werden sollte.

Beispiel „digitale Transformation“:

ALBA vollzieht als gesamte Organisation eine „Transformation“ hin zu einem kundenzentrierten, agilen Unternehmen. Dabei hilft z.B. der aus der Arbeit mit #openspace entstandene InnovationHub, das ALBA BluehouseLab, in welchem internen und externen Kräften dabei geholfen wird neue Geschäftsmodelle zu identifizieren, zu finanzieren und aufzubauen. Neben der inhaltlichen Arbeit profitiert ALBA auch im Rahmen des „Cultural Change“ aus dem InnovationHub. Ein weiteres Ergebnis der Arbeit von ALBA und #openspace ist darüber hinaus die Alba-Tochter „Scrappel“, die zeitgemäße, kundenorientierte und digitale Lösungen für den Handel von Altmetallen und Schrott bietet – ein weiteres Beispiel für einen Bestandteil der „digitalen Transformation“.

Für Fragen und Anregungen stehen wir euch natürlich gerne zur Verfügung: außerdem – wie interpretiert ihr die Bedeutung der Begriffe in eurem Unternehmen? Welche Initiativen gibt es hierzu bei euch? Habt ihr Klarheit? Lasst uns drüber sprechen.

Logo.jpg

Zum #openspace Newsletter anmelden: